Ein Erfolgsprojekt: Steinburgs Höfe
Greta Jöhnk
11. Februar 2026

Alte Höfe erzählen Geschichten.
Sie prägen seit Generationen das Bild der Dörfer und stehen für landwirtschaftliche Tradition, handwerkliches Können und regionale Identität. Viele dieser Gebäude, errichtet vor 1945, sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Bausubstanz. Gleichzeitig stehen sie vor großen Herausforderungen: Leerstand, hoher Sanierungsbedarf und fehlende Nutzungsperspektiven gefährden ihren Erhalt.
Genau hier setzt das Projekt „Steinburgs Höfe – Neues Leben auf alten Höfen“ an. Ziel ist es, historische landwirtschaftliche Gebäude nicht nur zu bewahren, sondern sie durch neue Nutzungen dauerhaft zu sichern. Die Idee entstand im Rahmen des Bundesforschungsprojekts Regiobranding und entwickelte sich zu einem umfassenden Ansatz, der Beratung, fachliche Begleitung, Förderinstrumente und Vernetzung miteinander verbindet.
Erhalt durch Nutzung als Leitgedanke
Im Mittelpunkt des Projekts steht der Grundsatz „Erhalt durch Nutzung“. Historische Gebäude sollen nicht konserviert werden, sondern durch zeitgemäße und tragfähige Nutzungskonzepte eine neue Zukunft erhalten. Zielgruppe sind landwirtschaftliche Gebäude im Kreis Steinburg, die vor 1945 errichtet wurden. Durch neue Nutzungen kann die dörfliche Bausubstanz erhalten und gleichzeitig das Ortsbild langfristig gestärkt werden.
Fachliche Perspektive aus der Praxis:
Architektin Christine Scheer
Eine der Architekt:innen, die das Projekt von Beginn an begleitet haben, ist Christine Scheer. Sie stammt aus Glückstadt, studierte Architektur in Hamburg und entdeckte in den 1980er Jahren ihre Leidenschaft für alte Bauernhäusern, wurde Mitglied in der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. und widmete sich besonders der Bauernhausforschung in den Elbmarschen. Die Arbeit mit historischer Bausubstanz prägt seither ihren beruflichen Weg.
Was sie am Projekt „Steinburgs Höfe“ besonders fasziniert, ist nicht allein der Erhalt der Gebäude selbst. Es ist vielmehr die Auseinandersetzung mit der Geschichte, die Liebe zu alten Dingen und das genaue Hinsehen. Alte Gebäude, so beschreibt sie es, eröffnen immer neue Perspektiven. Wer sich intensiv mit ihnen beschäftigt, entwickelt ein tieferes Verständnis für ihre Entstehung und Nutzung. Dabei sei eines sicher: „Man entdeckt fast immer etwas, womit man nicht gerechnet hat. Genau diese Offenheit und das Unerwartete machen für mich den Reiz dieser Arbeit aus.“, so Scheer.
Der Kontakt zum Projekt entstand, als der Kreis Steinburg auf die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. (IGB) zukam. Über diese wurden Architektinnen und Architekten angesprochen, die Erfahrung mit historischer Bausubstanz mitbringen. Das Interesse war groß, viele Fachleute entschieden sich, Teil des Projekts zu werden und aktiv mitzuwirken.
Mit dem Projekt verband Christine Scheer die Hoffnung, Wege zu finden, mehr historische Gebäude dauerhaft zu erhalten. Ihr Wunsch war es, Eigentümerinnen und Eigentümern neue Perspektiven zu eröffnen – sei es durch umfassende behutsame Konzepte für Verbesserungen oder Umnutzungen oder auch nur eine ehrliche, fachlich fundierte bautechnische Beratung zum reinen Erhalt. In dieser Kombination aus Beratung und Förderung sieht sie einen wichtigen Schritt, um mit der Bausubstanz auch die bäuerliche Hauslandschaft nachhaltig zu sichern.
Rückblickend beschreibt sie ihre Beteiligung als durchweg positive Erfahrung. Die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten war von Offenheit und Engagement geprägt, viele Menschen konnten erreicht werden. Auch wenn nicht jede Beratung zu einem Förderantrag oder einer konkreten Umsetzung führte, sieht sie in den gesammelten Erfahrungen einen großen Wert. Jede Beratung eröffnete neue Perspektiven und trug dazu bei, das Thema Erhalt historischer Gebäude weiter voranzubringen.
Der Startschuss: LEADER-Förderprojekt 2018–2021
Der offizielle Projektstart erfolgte im Jahr 2018 mit einem LEADER-Förderprojekt der AktivRegion Steinburg und der AktivRegion Holsteiner Auenland. Antragsteller war der Kreis Steinburg, die Fördersumme betrug 100.000 Euro.
Das Projekt setzte sich aus mehreren aufeinander abgestimmten Bausteinen zusammen:
• Erstberatung: Mit einem Gegenwert von 250 Euro war diese für Eigentümer kostenfrei. Sie diente der ersten Einschätzung von Zustand, Potenzial und Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude.
• Konzepterstellung: Im Wert von 2.500 Euro, bei einem Eigenanteil von nur 10 Prozent, wurden individuelle Nutzungskonzepte erarbeitet.
• Fachliche Begleitung: Eine Gruppe von Architektinnen und Architekten mit besonderer Erfahrung im Umgang mit historischer Bausubstanz unterstützte die Eigentümer.
• Regelmäßiger fachlicher Austausch: Architekten, Denkmalpflege, Kreisbauaufsicht und Kreisentwicklung berieten gemeinsam zu einzelnen Objekten.
• Projektmanagement: Die Koordination übernahm RegionNord, die für Struktur, Organisation und Austausch sorgte.
Diese Kombination ermöglichte eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäude, von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzungsplanung.
Weiterentwicklung: Steinburgs Höfe 2022–2025
Nach dem erfolgreichen Abschluss des LEADER-Projekts wurde das Projekt unter dem Namen „Steinburgs Höfe“ fortgeführt. In der Phase von 2022 bis 2025 lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der Beratungsangebote sowie auf der Möglichkeit, Investitionen gezielt zu fördern.
Die Erstberatung und Konzepterstellung wurden in dieser Projektphase aus Kreismitteln finanziert. Die Erstberatung im Gegenwert von 250 Euro war für Eigentümer weiterhin kostenfrei, bei der Konzepterstellung im Wert von 2.500 Euro lag diesmal der Eigenanteil der Eigentümer bei 50 %. Ergänzend dazu wurde eine Investitionsförderung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes ermöglicht. Diese erfolgt unter Einbindung des Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftsministeriums und des Landesamtes für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung (LLnL). Zwischen 2018 und 2025 konnten auf diese Weise 133 Erstberatungen durchgeführt und 84 Konzepte erstellt werden. Darüber hinaus erhielten vielfältige Maßnahmen die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung über die GAK zu erhalten.
Zwischen Struktur und Gestaltung:
Projektleitung Eva Groher
Als Projektleitung begleitete Eva Groher das Projekt „Steinburgs Höfe“ organisatorisch und inhaltlich. Besonders reizvoll war für sie die Arbeit mit bestehenden, ortsbildprägenden Gebäuden und deren Geschichte. Aus diesen festen Strukturen gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln, verstand sie als zentralen Ansatz des Projekts. Ihr Interesse an der historischen Bauweise der Höfe Architektur und an kreativen Gestaltungsmöglichkeiten verband sich früh mit dem Ziel, Wohnen im ländlichen Raum angenehm zu gestalten und Orte zu schaffen, die sich als Zuhause anfühlen. Prägend war dabei der enge Dialog mit den Beteiligten. Der Austausch mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie das entstandene Netzwerk empfand sie als besonders inspirierend.
„Gerade die Offenheit im Prozess und der Austausch mit ganz unterschiedlichen Menschen haben dieses Projekt für mich besonders gemacht. Zu erleben, wie aus Gesprächen und gemeinsamen Überlegungen konkrete Perspektiven entstehen, war sehr bereichernd.“, berichtet Frau Groher begeistert.
Netzwerk und fachlicher Austausch als Erfolgsfaktor
Im Laufe der Jahre entstand ein umfangreiches Netzwerk aus Fachleuten aus Architektur, Verwaltung, Denkmalpflege und Bauwesen sowie aus engagierten Eigentümerinnen und Eigentümern. Der regelmäßige fachliche Austausch erwies sich als zentraler Erfolgsfaktor des Projekts.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten ermöglichte abgestimmte Lösungen, die sowohl den Anforderungen des Denkmalschutzes als auch den praktischen Bedürfnissen der Eigentümer gerecht wurden. Der Projekterfolg war maßgeblich von diesem Austausch und der gemeinsamen Arbeit geprägt.
Konzepte entwickeln im Dialog:
Architektin Frau Rudolph und Architekt Herr Weeren
Die Bedeutung des fachlichen Austauschs im Projekt „Steinburgs Höfe“ wird auch von Frau Rudolph und Herr Weeren positiv bewertet, die in der zweiten Beratungsrunde mit Erstberatungen und Konzepterstellungen beteiligt waren.
Sie beschreiben die Zusammenarbeit mit den Eigentümerinnen, sowie den Austausch mit den Ämtern und Kolleginnen als vertrauensvoll und wohlwollend.
Ziel war es, gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern Wünsche zu erkunden, Vorstellungen zu entwickeln und Ideen schrittweise zu konkretisieren. Flexibilität spielte dabei eine zentrale Rolle, denn die Arbeit mit historischer Bausubstanz bringt stets neue Herausforderungen mit sich. Große Höfe bieten viele Flächen und Nutzungsmöglichkeiten, stellen aber zugleich hohe Anforderungen. Es galt, sinnvolle und umsetzbare Nutzungen zu entwickeln und dabei die Seele der Gebäude zu bewahren.
„Unsere Vision ist es, Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen, zu beraten und Mut zu machen, die Herausforderungen der Projekte weiter zu verfolgen und die in den Gebäuden enthaltenen Werte herauszuarbeiten und zu erhalten. Die Gebäude verfügen jeweils über einen speziellen kulturellen Ausdruck und Geschichte, an die es sich meistens lohnt anzuknüpfen. Die Anpassung und Umnutzung von Bestandsgebäuden ist eigentlich auch heute eine erstrebenswerte, lang praktizierte Bautradition. Besonders wertvoll waren dabei das Netzwerk und das Beratungsgremium mit Akteuren unterschiedlicher Fachrichtungen und Perspektiven. Dieser Austausch war einzigartig.“, so die Architekten Frau Rudolph & Herr Weeren.“
Einen leerstehenden Hof wieder bewohnen:
Die Familie Lubenow in Kollmar
Der Hof der Familie Lubenow in Kollmar war nicht nur Teil des Projekts „Steinburgs Höfe“, sondern auch Ort der Abschlussveranstaltung. Die Familie aus Kollmar erwarb den über Jahre leerstehenden Hof kürzlich, um ihn denkmalgerecht instand zu setzen und wieder einer Nutzung zuzuführen. Der alte Hof bot genau das, was die Familie suchte: ein Zuhause mit Geschichte und Perspektive in besonderer Lage direkt am Deich. Alte Höfe und historische Baukultur hatten die Familie schon lange fasziniert.
Vom Projekt „Steinburgs Höfe“ erfuhr die Familie über Freunde und Nachbarn, die selbst Hofbesitzer sind. Die Teilnahme an der Erstberatung erwies sich als sehr hilfreich – vor allem durch den Austausch mit anderen Eigentümerinnen und Eigentümern und das entstehende Netzwerk. Diese Kontakte wurden als mindestens ebenso wertvoll empfunden wie der Zuschuss zu einer ersten Konzepterstellung. Zum Zeitpunkt der Beratung befand sich die Familie noch in einer frühen Findungsphase.
Die Offenheit für unterschiedliche Ideen, die breite architektonische Beratung und der dynamische Prozess ermöglichten es, Nutzung und Erhalt gemeinsam zu denken. Dabei ist der Anspruch klar: Der Hof soll in seinem Charakter bewahrt werden, seine Geschichte und Authentizität stehen im Mittelpunkt.
„Wir haben den Hof sehr spontan erworben und dann kurzerhand beschlossen, vor einer Sanierung erstmal hierherzuziehen, um das Gebäude kennenzulernen und Ideen vor Umsetzung reifen zu lassen. Dadurch ist unsere Faszination für dieses Gebäude zum Glück vor der Sanierung derart gewachsen, dass wir anders an die Sanierung herangehen, als noch bei Kauf gedacht: Wir möchten den Hof des Hofes wegen erhalten. Er ist in seiner Bedeutung größer als wir und soll auch in 200 Jahren noch seine Geschichte erzählen.“ freut sich Herr Lubenow.
Abschlussveranstaltung auf dem Hof der Familie Lubenow
Ein besonderer Höhepunkt des Projekts war die Abschlussveranstaltung auf dem Hof der Familie Lubenow. Die Familie hatte selbst mit ihrem Hof am Projekt teilgenommen und stellte diesen als Veranstaltungsort zur Verfügung. Die Veranstaltung bot inspirierende Vorträge, Einblicke in den Projektverlauf sowie Diskussionen über die Zukunft ländlicher Bausubstanz. Sie zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse am Thema ist und wie wichtig der Austausch zwischen Eigentümern, Fachleuten und Institutionen für den langfristigen Erhalt historischer Gebäude ist.
Fazit
Das Projekt „Steinburgs Höfe – Neues Leben auf alten Höfen“ zeigt, wie historische landwirtschaftliche Gebäude durch gezielte Beratung, fachliche Begleitung und passgenaue Förderinstrumente erhalten werden können. Der Ansatz, Erhalt und Nutzung miteinander zu verbinden, hat sich im Kreis Steinburg bewährt. Durch das entstandene Netzwerk, die hohe Anzahl an Beratungen und umgesetzten Konzepten sowie die ergänzende Investitionsförderung leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der dörflichen Bausubstanz. Die alten Höfe bleiben damit nicht nur sichtbare Zeugnisse der Vergangenheit, sondern werden zu lebendigen Bestandteilen der Zukunft des ländlichen Raums im Kreis Steinburg.
Text und Foto: Kreis Steinburg

Seit Anfang Februar verstärkt Shirin Lüth unser Team bei RegionNord - wir freuen uns sehr über die neue und tatkräftige Unterstützung! Zuvor hat Shirin in Greifswald Regionalentwicklung & Tourismus studiert und in ihrem Studium besondere Schwerpunkte in den Bereichen ländliche Räume und Regionalentwicklung im Ostseeraum gesetzt. Nun unterstützt sie das Team von RegionNord und wird schwerpunktmäßig in der AktivRegion Holsteiner Auenland, zusammen mit Katharina Glockner, das Regionalmanagement übernehmen. Wir heißen dich HERZLICH WILLKOMMEN, liebe Shirin!

Das Beratungsangebot zur Erhaltung und Umnutzung historischer landwirtschaftlicher Gebäude im Kreis Steinburg wurde einst im Rahmen des Bundesforschungsvorhabens „Regionalbranding“ entwickelt, 2018 als LEADER-Projekt unter dem Titel „Neues Leben auf alten Höfen“ etabliert und seit 2022 als kreiseigenes Projekt weitergeführt. Ziel war es, Eigentümerinnen und Eigentümer landwirtschaftlicher Bausubstanz bis Baujahr 1945 durch qualifizierte Erstberatungen und individuelle Konzepterstellungen bei der zukunftsfähigen Nutzung ihrer Gebäude zu unterstützen. Mit dem Leitgedanken „Neues Leben auf alten Höfen“ gingen Erstberatungen und Konzepterstellungen voran, zahlreiche historische Gebäude wurden mit neuen Ideen und frischer Nutzungsperspektive belebt und durch fachkundige Beratung begleitet. Die Erstberatungen waren kostenfrei, die Konzepterstellungen wurden zu 50 % aus Kreismitteln finanziert. Von 2018 bis 2024 konnten insgesamt 133 Erstberatungen und 84 Konzepte umgesetzt werden. Dank der Kooperation mit dem schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium wurde darüber hinaus eine Investitionsförderung ermöglicht: Über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) konnten vielfältige Maßnahmen zum Erhalt und zur Umnutzung finanziell unterstützt werden. Im Laufe der Jahre entstand dadurch ein starkes Netzwerk mit Fachleuten aus Architektur, Verwaltung, Denkmalpflege und Bauwesen sowie aus engagierten Eigentümerinnen und Eigentümern und vielen weiteren Mitwirkenden. Der kontinuierliche Austausch, regelmäßige Treffen und die enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe prägten den Erfolg dieses besonderen Projekts. Die Abschlussveranstaltung „Steinburgs Höfe – Neues Leben auf alten Höfen“ bot inspirierende Vorträge, spannende Einblicke in den Projektverlauf und lebendige Diskussionen über die Zukunft ländlicher Bausubstanz. Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Mit Fachwissen, Netzwerken und Leidenschaft lässt sich das kulturelle Erbe der Region bewahren und gleichzeitig zukunftsweisend gestalten. Pressemitteilung des Kreises Steinburg, abrufbar unter: https://www.steinburg.de/startseite/presse-aktuelles/meldungen/details/tx_news/neues-leben-auf-alten-hoefen-erfolgreicher-abschluss-des-projekts-steinburgs-hoefe.html Foto: (c) Kreis Steinburg

Bei der Veranstaltung „Landgespräche – mit den AktivRegionen im Dialog“ kamen Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam an der Zukunft des ländlichen Raums zu arbeiten. Ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Themenforen, Projektpräsentationen, einer Ausstellung und einem Podiumsgespräch bot den rund 200 Teilnehmenden zahlreiche Impulse für kreative und nachhaltige Entwicklungen in den Regionen Schleswig-Holsteins. Minister Werner Schwarz (Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, MLLEV) eröffnete die Veranstaltung und betonte die zentrale Rolle der AktivRegionen als „Ideenschmieden des ländlichen Raums“: „Sie geben den Menschen vor Ort die Möglichkeit, ihre Region selbst zu gestalten und Projekte umzusetzen. Unser Ziel ist es, gemeinsam dafür zu wirken, dass die Potenziale des ländlichen Raums sichtbar und gefördert werden.“ Auch Hans-Jürgen Kütbach unterstrich in seinem Vortrag die bedeutende Funktion der AktivRegionen für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum. Als langjähriger Sprecher der LAG-Vorsitzenden der AktivRegionen Schleswig-Holsteins konnte er auf die Erfolge der letzten Förderperiode verweisen und herausarbeiten, dass der Bottom-up-Ansatz zu Transparenz und Nachhaltigkeit beiträgt. In einem leidenschaftlichen Appell forderte Keynote-Speaker Rainald Manthe multifunktionale Alltagsorte. Der Soziologe zeigte auf, wie sehr die Demokratie von Begegnung abhängt – insbesondere in Zeiten zunehmender Individualisierung, gesellschaftlicher Entmischung und sinkendem Vertrauen in bestehende Institutionen. Er betonte die Notwendigkeit, öffentliche Räume und soziale Infrastrukturen neu zu gestalten, um vielfältige Begegnungen zu ermöglichen und die demokratische Teilhabe zu stärken. Im anschließenden Podiumsgespräch kamen verschiedene Akteursgruppen zusammen: die drei schleswig-holsteinischen EU-Abgeordneten Rasmus Andresen (Bündnis 90/Die Grünen), Delara Burkhardt (SPD) und Niclas Herbst (CDU), Marina Rotermund (MLLEV), Dr. Juliane Rumpf (Vorstandsvorsitzende der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V.) und Kirsten Voß-Rahe (stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz). Sie diskutierten, welche Auswirkungen die neuen EU-Vorgaben zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 haben werden. Was bedeutet das für die AktivRegionen? Wie sollte sich Schleswig-Holstein strategisch vorbereiten? Zentral ist die Frage nach der künftigen finanziellen Ausstattung. Insbesondere der Kommissionsvorschlag zur Verlagerung der Entscheidungskompetenz auf Bundesebene wurde kritisch diskutiert. In den drei Runden der „Landgespräche” stellten die AktivRegionen innovative Projekte vor, darunter Klimaanpassungsmaßnahmen, Formate für die regionale Wirtschaft und demokratische Beteiligungsformate für Jugendliche. Zwischendurch bot die Ausstellung im Kleinen Saal wortwörtlich Raum für persönliche Gespräche: Die 22 AktivRegionen präsentierten sich und ein Projekt aus ihrer Region. Auch die Investitionsbank Schleswig-Holstein, die Gesellschaft für Energie & Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) und das Landesamt für Ländliche Räume waren präsent, um insbesondere Fördermöglichkeiten zu erläutern. Die Projektgruppe „Soziale Innovation“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel suchte Kontakte, mit denen sie die „Demokratiemuskeln“ für ein demokratisches Miteinander trainieren kann. Schließlich stellte sich auch die Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. vor. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für den inspirierenden Austausch und die vielen Ideen, die aus diesem Tag hervorgegangen sind! Text: DSN - Netzwerkdienstleister der AktivRegionen Schleswig-Holsteins

Wir waren in dieser Woche in unserer wunderschönen Region unterwegs und haben Brunsbüttel besucht. Brunsbüttel liegt unmittelbar an der Elbmündung, der Nordsee und dem Nord-Ostsee-Kanal. Der Tag startete mit einer informativen Führung zum Schleusenneubau (5. Schleusenkammer), weiter ging's zum Schleuseninfozentrum. Es handelt sich dabei um die größte Wasserbaustelle Europas! Die Entwicklung des Baus der neuen Schleusenkammer wurde uns näher gebracht, ebenso erhielten wir einen Einblick in die (bau-) technischen Aspekte eines Schleusenbaus. Nach einer Stärkung und einem Spaziergang zur Mole IV wurde es noch mal sportlich: Beim Minigolfspielen zeigten wir alle unser Können (mehr oder weniger erfolgreich) und schlossen den Tag mit einem leckeren Essen im Riverloft Hotel ab! Der Sommerausflug nach Brunsbüttel war ein voller Erfolg und wurde von uns allen sehr genossen. Ein toller Tag mit vielen neuen Eindrücken und jeder Menge Spaß!

Wenn am 09. Juni 2024 um 18.00 Uhr die Wahllokale schließen, wird sich zeigen, ob das große Engagement der vielen Institutionen, Vereine, Parteien, Akteure aus kleinen Gemeinden und großen Metropolen Früchte getragen hat, und Europa weiterhin ein Motor für freiheitliche Demokratie bleibt. Auch unser Büro RegionNord setzt sich dafür ein, seine Stimme zu nutzen und wählen zu gehen. Wir stehen für Freiheit, Vielfalt, Demokratie und für eine offene und tolerante Gesellschaft ein! Genau diese Werte leben und vertreten wir auch in Europa. Aber Europa hat auch noch so viel mehr zu bieten! Was Europa genau für uns bedeutet, könnt ihr hier lesen:

„WIR gestalten den ländlichen Raum!“ : Das war das Motto der Regionalkonferenz in Rendsburg. WIR waren auch vor Ort und präsentierten unsere AktivRegionen Steinburg, Holsteiner Auenland und Pinneberger Marsch und Geest auf dem Markt der Möglichkeiten. Welche Förderprogramme gibt es eigentlich? Bei wem muss ich mich melden, wenn ich Orte zum Lernen (Bildungshäuser) oder Orte zum Einkaufen (MarktTreffs) schaffen möchte? Wie viel Förderung gibt es eigentlich für einen Brückenneubau? Und wie sieht es mit dem Ausbau von Glasfaserstrukturen in Schleswig-Holstein aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz auf der Regionalkonferenz. Natürlich kam dabei auch das Thema AktivRegionen nicht zu kurz. AktivRegionen machen Europa im ländlichen Raum sichtbar und zeigen, was die LEADER-Förderung vor Ort bewirken kann. Wir als Regionalmanagements machen uns stark für die Europawahl am 09. Juni 2024! Wir nutzen unsere Stimme, nicht nur auf der Regionalkonferenz und bei der Wahl, sondern auch mit weiteren Aktionen in den kommenden Wochen. Eine weitere Regionalkonferenz findet am 25. März um 16 Uhr im Bildungszentrum in Reinfeld statt.

Zum Start in die Förderperiode 2023 - 2027 stehen auch wir als Regionalmanager:innen von drei AktivRegionen manchmal vor neuen Herausforderungen: Wie lässt sich die Lokale Entwicklungsstrategie strukturiert umsetzen? Wie werden Beteiligungsprozesse schwungvoll moderiert? Wie kann die Öffentlichkeit sinnvoll über den LEADER-Prozess informiert werden? Was gibt es beim Vergaberecht zu beachten? Wir waren im März in Hannover vor Ort und haben uns intensiv im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dem Vergaberecht und der Organisation von Vereinsarbeit weitergebildet. Zwei tolle Tage voller neuer Eindrücke, Erkenntnisse und sehr netten Gesprächen mit anderen Regionalmanagements aus ganz Deutschland! Ein großer Dank geht an die Deutsche Vernetzungsstelle der Ländlichen Räume (DVS) , die diese Schulung möglich gemacht hat!

RegionNord begrüßt in diesem Monat eine neue Kollegin: Laura Krause. Sie unterstützt das Büro im Bereich Tourismus und ist somit eine neue Ansprechpartnerin für den Holstein Tourismus e. V., den Schleswig-Holstein Binnenland Tourismus e.V. sowie im Ochsenweg-Projekt. Laura Krause freut sich darauf, ihre Kenntnisse und Interessen gezielt nutzen zu können. „In meinem Tourismusstudium und meinen vorherigen Tätigkeiten durfte ich bereits viele wertvolle Erfahrungen sammeln und einzigartige Persönlichkeiten kennenlernen. In der Tourismusbranche fühle ich mich einfach wie zuhause und es ist mir eine große Freude, als Teil von RegionNord Projekte voranzutreiben und gemeinsam die Menschen zu begeistern." Erreichbar ist sie unter krause@regionnord.com. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit!

Bei RegionNord bringt der Jahreswechsel 2023/2024 eine spannende Veränderung: Das Itzehoer Büro für Regionalentwicklung entwickelt sich von der Einzelunternehmung zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts weiter. Seit dem 1. Januar 2024 sind Olaf Prüß und Katharina Glockner gleichberechtigte Gesellschafter von RegionNord mit Einzelvertretungsberechtigung. Für die Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner von RegionNord ändert sich in der Betreuung nichts, da die Ansprechpersonen in den Projekten dieselben bleiben.

